Zusammenarbeit von

hörenden und tauben Gebärden­sprach­dolmetscher*innen

Taube Gebärdensprachdolmetscher*innen (tGSD) und hörende Gebärdensprachdolmetscher*innen (hGSD) arbeiten zunehmend im Team, um bestimmten Situationen und vielfältigen Kundenbedürfnissen bestmöglich gerecht zu werden. Wenn Menschen nur über geringe Kenntnisse der Deutschen Gebärdensprache verfügen, kann diese Teamkonstellation eine barrierefreie Kommunikation ermöglichen, beispielsweise für gehörlose Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung, taubblinde Menschen oder internationale Besucher*innen.

Je nach Sprachkombination wird das Team in ganz unterschiedlichen Bereichen eingesetzt; etwa bei Behördengängen, im Krankenhaus, am Arbeitsplatz, bei Musikveranstaltungen, im Theater oder auf Konferenzen von internationalem Interesse.

Weiterhin gehört zu ihrem Aufgabenbereich die Übersetzung oder Verdolmetschung schriftlicher Texte in eine Gebärdensprache sowie umgekehrt das Verschriftlichen gebärdensprachlicher Äußerungen.
Dies ist notwendig, da sowohl die Lautsprache als auch die Schriftsprache für gehörlose Menschen eine Fremdsprache darstellt. Ihre Erstsprache ist hingegen die jeweilige Gebärdensprache des Herkunftslandes.

Übersetzungsvideos ermöglichen gehörlosen Menschen, sich in der Sprache zu bewegen, in der sie sich sicher fühlen. So erhalten sie einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen. Ein Beispiel dafür sind gebärdensprachliche Übersetzungen von Internetbeiträgen, die vorzugsweise von tGSD in ihrer Erstsprache erstellt werden.