Wie können Dolmetscher­*innen

am besten für Sie arbeiten?

Wir begreifen uns als Team – gemeinsam mit unseren hörenden und gehörlosen Kund*innen. Beziehen Sie daher den*die Dolmetscher*in gern bereits bei der Planung des Termins ein und informieren Sie ihn*sie über den Veranstaltungsrahmen (Themen, Räumlichkeit, Ihre Erwartungen bzgl. des Termins und so weiter).

Die inhaltliche Vorbereitung ist für uns ganz wichtig. Der*Die Dolmetscher*in wird Sie z. B. nach folgenden Dingen fragen:

  • Namenslisten (z. B. Organigramme)
  • Redeskripte (als Datei oder handschriftlich)
  • PowerPoint-Dateien
  • Abbildungen/Zeichnungen
  • Abkürzungen
  • Filme
  • ...

Bitte versorgen Sie die dolmetschende Person entsprechend.

In der Dolmetschsituation nehmen die Dolmetschenden eine neutrale Rolle ein. Sprechen Sie daher ihr Gegenüber direkt in der zweiten Person Singular an und stellen Sie, wenn möglich, Blickkontakt her. Die Äußerungen der Gesprächspartner*innen werden jeweils in der Ich-Form verdolmetscht.

Aufgrund der hohen mentalen und körperlichen Anforderungen während des simultanen Dolmetschens ist bei länger andauernden Veranstaltungen auf eine angemessene Pausenregelung zu achten.

Doppelbesetzung

Dolmetscher*innen arbeiten in vielen Situationen in Doppelbesetzung. Dies geschieht aus qualitativen und gesundheitlichen Gründen.

Empirische Studien haben gezeigt, dass die Qualität bei simultanem Dolmetschen nach einer Dauer von ca. 20-30 Minuten signifikant abnimmt. 2 Darüber hinaus handelt es sich beim Gebärdensprachdolmetschen um eine körperlich einseitig belastende Tätigkeit, die eine durchgehend hohe Konzentration erfordert. Aus diesen Gründen wird empfohlen, dass Dolmetscher*innen in Einzelbesetzung nicht länger als maximal eine Stunde dolmetschen sollten – und täglich nicht mehr als durchschnittlich vier Stunden. Insofern ist bei längeren Dolmetscheinsätzen ein Dolmetschen in Doppelbesetzung erforderlich, um die Dolmetschqualität sowie die Gesundheit der tätigen Dolmetscher*innen aufrecht zu erhalten. 3

Näheres siehe unter FAQ „Warum arbeiten Gebärdensprachdolmetscher*innen manchmal allein und manchmal zu zweit?“

2 vgl. Cokely, Dennis (1992): “Gebärdensprach-Dolmetschen. Ein soziolinguistisches Modell.”

3 vgl. Maßmann, Christiane (1995): “Arbeitsbedingungen von Gebärdensprachdolmetscherinnen und mögliche Folgen”. In: Das Zeichen, Nr. 33, S. 335-344, sowie vgl. Simmelkjaer, Anne Sophie (1993): “Ein ergonomischer Rundgang durch das Arbeitsmilieu der Gebärdensprachdolmetscher.” o.O.>