FAQs*

* Frequenty asked questions = häufig gestellte Fragen

Faq

Ist Gebärdensprache international?

Nein.

Gebärdensprachen sind natürliche Sprachen. Sie entstehen, wo taube Menschen miteinander in Kontakt treten und unterliegen sprachlichen Entwicklungen, genau wie andere Sprachen auch. Jedes Land hat seine eigene nationale Gebärdensprache und auch innerhalb der Länder können Dialekte auftreten. So gibt es in der Deutschen Gebärdensprache für einen Begriff in verschiedenen Regionen durchaus unterschiedliche Gebärden. Trotzdem können sich die Nutzer untereinander gut verständigen.

Auf internationaler Ebene ist es für Gebärdensprachnutzer oftmals einfacher miteinander zu kommunizieren als für Lautsprachnutzer, da Gebärdensprache u.a. bildliche Ausdrucksformen nutzt.

Daneben gibt es für internationale Zusammenkünfte verabredete Zeichen, die „International Signs“, die jedoch keine eigenständige Sprache bilden, sondern vergleichbar sind mit dem „Esperanto“ für Lautsprachen.

Zuletzt aktualisiert am Februar, 29. Februar 2016 von Danny Igersky.

Wo kann ich Gebärdensprache lernen? Wie lange dauert das?

Im Prinzip so lange wie bei anderen Sprachen auch. Gebärdensprache kann in Kursen z.B. in der Volkshochschule gelernt werden. Jeder hat sicher Erfahrungen damit, wie lange es dauert eine Fremdsprache zu lernen. Es kommt ganz darauf an, wieviel Talent die Person mitbringt und wie motiviert sie auf ein gestecktes Ziel hinarbeitet.

Wird Gebärdensprache für den beruflichen Bereich benötigt, z.B. für die Tätigkeit als Sozialarbeiter oder als Lehrer/in an Gehörlosenschulen etc. reicht ein Volkshochschul-Kurs verständlicherweise nicht aus.

Für die Arbeit als Gebärdensprachdolmetscher/in benötigt man eine spezielle Ausbildung an einer Hochschule oder Universität (FH Magdeburg, FH Zwickau, Universität Hamburg, Humboldt-Universität zu Berlin).

Zuletzt aktualisiert am Februar, 29. Februar 2016 von Danny Igersky.

Übersetzen Gebärdensprach­dolmetscher/innen Wort für Wort?

Gebärdensprachdolmetscher/innen übertragen alle Inhalte und zwar nicht Wort für Wort, sondern in der grammatikalischen Reihenfolge der jeweiligen Zielsprache Deutsch oder Deutsche Gebärdensprache (DGS).

Wir kennen das aus anderen Sprachen: wenn wir beispielsweise einen Satz aus dem Englischen Wort für Wort ins Deutsche übertragen, kann das lustig enden!

Gebärdensprachdolmetscher/innen arbeiten also genau wie Dolmetscher/innen anderer Sprachen so, dass sie einen Sinnzusammenhang aus der einen Sprache in die grammatikalisch richtige Formulierung in der anderen Sprache bringen.

Allerdings gibt es noch die Lautsprachbegleitenden Gebärden (LBG).

Diese werden vorrangig von Menschen benutzt, die schwerhörig oder spät ertaubt sind, also als Kinder den Spracherwerb mit der Deutschen Lautsprache erlebt haben. Sie sind sehr auf das Mundbild der Sprecher/innen angewiesen, um Gesagtes zu verstehen. Da sich jedoch nur ca. 30 Prozent aller Laute über das Mundbild absehen lassen, setzt diese Art der Kommunikation eine gute Kombinationsgabe voraus, um die restlichen ca. 70 Prozent aller Äußerungen zu verstehen.

Zur Vermeidung von Missverständnissen, benutzt die genannte Personengruppe die Lautsprachbegleitenden Gebärden. Die einzelnen Wörter der gesprochenen Sätze (Grammatik der Deutschen Lautsprache) werden jeweils mit Gebärden begleitet.

Die Lautsprachbegleitenden Gebärden haben keine eigene grammatikalische Struktur und bilden daher keine eigenständige Sprache. Sie sind ein Hilfsmittel für die Verständigung in der deutschen Sprache.

Zuletzt aktualisiert am Februar, 29. Februar 2016 von Danny Igersky.

Warum arbeiten Gebärdensprac­h-
dolmetscher/innen manchmal allein und manchmal zu zweit?

Gebärdensprachdolmetscher/innen dolmetschen in der Regel simultan. Das bedeutet, dass mehrere Prozesse im Gehirn gleichzeitig ablaufen. Vereinfacht dargestellt wird

  1. die Aussage eines hörenden oder tauben Gesprächspartners wahrgenommen,
  2. in die grammatikalische Struktur der jeweils anderen Sprache übertragen und schließlich
  3. in der jeweils anderen Sprache für den tauben oder hörenden Gesprächspartner formuliert.

D. h. für die Dolmetscher/innen, während sie mit Schritt 2 und 3 beschäftigt sind, müssen sie bereits wieder aufmerksam sein für Schritt 1, damit sie die komplette Rede in die jeweils andere Sprache übertragen können.

Das Gehirn leistet während des simultanen Dolmetschens also dreifache Arbeit. So wird verständlich, dass die Konzentration nach einer gewissen Zeitspanne abfällt. Um die Arbeitsleistung zu erhalten und um Fehler im Dolmetschprozess zu vermeiden, arbeiten Gebärdensprachdolmetscher/innen in bestimmten Situationen im Team. D. h. sie dolmetschen im Wechsel. Der/Die zweite Dolmetscher/in bleibt jedoch in ihrer scheinbar passiven Phase aufmerksam, um den/die Kollegen/in unterstützen zu können. So stellen beispielsweise firmeninterne Abkürzungen, Namen oder mehrstellige Zahlen u. U. Stolpersteine dar, ebenso besonders leise oder besonders schnelle Redner. Hier unterstützt der/die zweite Kollege/in oft unbemerkt von den am Gespräch beteiligten Personen den/die „aktive/n“ Dolmetscher/in, so dass der Gesprächsfluss nicht durch Nachfragen unterbrochen wird.

(siehe auch „Informationen für Kunden und Auftraggeber“)

Zuletzt aktualisiert am September, 13. September 2018 von Danny Igersky.

Arbeiten Gebärdensprach­dolmetscher/innen als Lehrer/innen an Gehörlosenschulen?

Nein.

Das sind zwei unterschiedliche Berufe mit gänzlich unterschiedlichen Ausbildungen.

Lehrer/innen unterrichten hörgeschädigte Kinder.

Gebärdensprachdolmetscher/innen kommen dort zum Einsatz, wo hörende (nicht gebärdensprachkompetente) und taube Menschen miteinander kommunizieren wollen.

(siehe auch „Informationen für Kunden und Auftraggeber“)

Zuletzt aktualisiert am September, 13. September 2018 von Danny Igersky.

Weitere häufig gestellte Fragen finden Sie beispielsweise unter www.dgsd.de